Jerry spielt Gott. Jeden Tag. Eine unglaubliche Schöpfungsgeschichte.

Jerry Gretzinger steht morgens auf. Dann bemalt er ein 8×10 Zoll großes Stück Papier. Und hängt es an die Wand. Das war’s. Jerry spielt Populous, Black&White, Sim City. In Echt. Auf Papier.

Seit 1963 baut Jerry Gretzinger seine eigene Welt. Eine fast 5 Quadratkilometer große Landkarte, die aus über 2400 einzelnen Rechtecken besteht. Seine Welt hat Felder, Wiesen, Flüsse, sie besteht aus Bezirken, Städten und sogar Ländern. Weil die Menschen essen müssen, gibt es Bauernhöfe, die die Städte versorgen. Und jeden Tag kommt ein neues Rechteck dazu.

Wie Jerrys Karte sich weiter entwickelt ist das spektakuläre Geheimnis dieser Welt. Im Prinzip ist es das, was schon Millionen Menschen vergeblich versucht haben: Die Vereinigung von Evolution und Schöpfungsgeschichte – #schöpfolution.

Screenshot aus der Vimeo-Doku

Jerry hat Aktionskarten. Er zieht jeden Morgen eine neue. Steht auf ihr „Scan“, geht er zum Stapel, in der sich die Basisbausteine seiner Landschaft befinden. Er zählt sieben Rechtecke ab und fotokopiert das Achte. Das Original kommt ins Archiv – und anhand der Kopie erstellt er ein neues Rechteck, dass das Ursprüngliche fortsetzt. So evolviert Jerrys Welt nach einer Art Zufallsprinzip, selbstständig und weitestgehend ungeplant. Das ist Jerrys ausdrücklicher Wunsch.

Eine weitere Aktionskarte liest „parish facilities“. Zieht Jerry diese, kontrolliert er seine Welt und überprüft, in welcher Gemeinde noch welche Einrichtung fehlt: Autobahnen, Schulen, Flughäfen, Feuerwehr, Eisenbahnen. Dann fügt er sie hinzu, abhängig von der Größe und Bevölkerung sowie den Bedürfnissen der Gemeinde. Diese Daten stehen alle in einer Tabellenkalkulation auf seinem Computer.

Seine Welt entwickelt sich so auf natürliche Art und Weise weiter. Es gibt noch viele Aktionskarten. In seiner Welt kann alles mögliche passieren: Gute und schlechte Dinge. Das entscheidet nicht Jerry, sondern die Karte, die er zieht. Jerrys Welt ist autark. Er ist ihr Schöpfer, aber er mischt sich nur so weit ein, wie dieser Mikrokosmos es benötigt.

Jeden Morgen mischt er seine Farben neu an. Jede Farbe hat eine Bedeutung und er notiert sie in seinem Tagebuch. Das macht Jerry. Jeden Tag. Seit 1963.

Als Kind, als ich noch an Gott glauben sollte, war das ziemlich exakt meine Vorstellung von Gott. Was er macht und wie die Welt funktioniert.

Jerry sieht unglaublich sympathisch aus. Heute glaube ich nicht mehr an Gott. Aber würde ich an ihn glauben, dann sähe er vermutlich aus wie Jerry Gretzinger.

Schaue dir unbedingt auf Vimeo die unglaubliche Doku über Jerry’s Map an und lies den Artikel auf UPPERCASEMAGAZINE.

Quellen: UPPERCASEMAGAZINE / VIRALNOVA

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