Mexikanisches Dorf entführt Mutter von Drogenbaron, um Geiseln freizupressen

In Mexiko tobt seit Jahren ein erbarmungsloser Drogenkrieg. Während in den 80ern und 90ern der Konflixt fast ausschließlich zwischen Kartellen und Staat ausgefochten wurde, geraten seit der Jahrtausendwende Unbeteiligte immer öfter zwischen die Fronten. Dabei wirkt der mexikanische Staat weitestgehend machtlos – oder ist in Teilen selber involviert.

Die Bewohner des Dorfes Totolapan haben offenbar jedes Vertrauen in den Rechtsstaat verloren. In ihrer Region herrscht ein Drogenbaron namens „El Tequilero“. Seine Gang hatte kürzlich einige Dorfbewohner entführt, weil er ihnen unterstellte, mit seinen Rivalen zusammenzuarbeiten.

Dorf nimmt es selbst in die Hand

Das wollte das Dorf nicht auf sich sitzen lassen. Wie der Guardian berichtet, haben sie in einem so wahnwitzigen wie verzweifelten Versuch, ihre Liebsten freizupressen, die Mutter des Drogenbarons entführt. Für den Coup verantwortlich zeichnen so genannte Self Defence Forces, die es in vielen mexikanischen Städten gibt: Bewaffnete Gruppen von Zivilisten, die als eine Art Bürgerwehr das Recht selbst in die Hand nehmen, weil sie sich vom Staat im Stich gelassen fühlen.

Bundespolizei und Armee verhandeln nun mit beiden Parteien über eine friedliche Lösung.

Der Drogenkrieg in Mexiko ist ein düsteres Kapitel des Kontinents. Wer eine fiktionalisierte, hochspannende Dokumentation dieses Krieges lesen möchte, dem möchte ich die Bücher Tage der Toten und die Fortsetzung Das Kartell von Don Winslow wärmstens ans Herz legen – mit die besten Bücher, die ich je gelesen habe (affiliate Links).

(Vorschaubild: Gemeinfrei)

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