Grausamkeit der Natur

Grausam und brutal: Die Natur ist immer noch der größte Horror

Es ist ein Allgemeinplatz, dass der Mensch grausam ist. Ich denke, dass es in fast jeder Filterbubble eine spontane Mehrheit für diese Feststellung gäbe.

Meistens wird das in einem Verhältnis zur Natur festgestellt: Die Natur als gerechte, liebreizende Entität. Basierend auf dem Vorurteil, dass die Natur von Natur aus gut ist (so, wie der Durchschnittsmensch „gut“ versteht, als Antipode des Bösen).

Was. Für. Ein. Bullshit. Die Natur ist der größte Horror. Die Grausamkeit der Natur ist endlos. Wer Hostel für Folter-Porn hält, hat Natur noch nicht gesehen.

Die Natur ist grausam, brutal, unfair, sie folgt penibel und skrupellos dem Prinzip des Utilitarismus: Das, was dem Überleben der Mehrheit einer Spezies dient, steht im Mittelpunkt.

Hier einige Beispiele für die Grausamkeit der Natur (Trigger-Warnung: Dein romantisiertes Bild der Natur könnte Risse bekommen):

Ameisen versklaven andere Ameisen

Die Amazonen-Ameisen zum Beispiel überfallen regelmäßig die Dörfer der Waldameise, entführen ihre Larven und Puppen und lassen sie im eigenen Nest von älteren Sklaven-Ameisen aufziehen. Und wenn sie groß sind, werden die entführten Ameisenbabies selber zu Sklaven der Amazonen-Ameise.

Affen rauben, brandschatzen und töten

Studien haben ergeben, dass Affen andere Affen-Gruppen überfallen, um ihr Revier zu erweitern oder Weibchen zu entführen. Dabei schrecken sie auch nicht davor, die Kinder der Affen zu töten. Beobachtet hat man auch, wie zwei Orang Utans sich zusammen taten, um einen weiteren Orang Utan umzubringen. Schimpansen sind dafür bekannt, Speere einzusetzen, um süße kleine Buschbabies zu jagen, aufzuspießen und zu verspeisen.

Parasit verwandelt Schnecken in Zombies

Der Parasit Leucochloridium paradoxum wird von Schnecken durch ihre Nahrung aufgenommen – Vogel-Kaka. Wenn der Parasit erstmal in der Schnecke ist, arbeitet er sich bis den Kopf vor, wo er zum einen die Antennen-Spitzen zum Glühen bringt und zum anderen die Kontrolle über das nun willenlose Insekt übernimmt. Der Parasit steuert die Schnecke bei lebendigem Leibe einen Baum hinauf, wo Vögel die leuchtenden Antennen-Spitzen für Beeren halten, die Schnecke samt Parasit essen, ausscheiden und… Kreislauf, verstehste. Hier eine Doku darüber.

Otter vergewaltigen Seehundbabys

Otter sind oberflächlich betrachtet sehr, sehr süße Tiere (tatsächlich die Lieblingstiere meiner Freundin und mir). Aber sie können ziemlich kriminell werden. So wurden Seeotter wiederholt dabei beobachtet, wie sie Heuler vergewaltigten. Sie drücken den Heuler während des Aktes unter Wasser, wobei das Tier in der Regel stirbt. Teils missbrauchen die Otter die Heuler auch noch Tage nach dem Ableben.

Gottesanbeterinnen fangen Kolibris und fressen ihre Hirne

Ja, leider kein Witz. Weltweit beobachtet man immer wieder Gottesanbeterinnen, die Kolibris fangen und töten (zur Erinnerung: Das sind auch die Biester, die ab und an das Männchen nach der Begattung auffressen). Ihre Taktik: Sie lauern dem Vogel auf, bis sie ihn packen können. Dann durchstechen sie die Schädeldecke und saugen ihrem Opfer bei lebendigem Leibe Hirnmasse aus. Eine Studie konnte 147 Vorfälle in 13 Länder auf sechs Kontinenten von 12 Gottesanbeterinnen-Arten, die 24 verschiedene Vögel, überwiegend Kolibris, bestätigen.

Delfine

Ja, Delfine gehören mit zu den größten Arschlöchern der Natur und sind vermutlich nach dem Mensch die grausamsten Säugetiere. Sie töten Neugeborene, damit die Weibchen wieder Lust auf Verkehr haben. Manchmal bilden sie Gangs und entführen die Weibchen anderer Schwärme. Sie nutzen Vergewaltigungen als Waffe. Machstenix, wir haben uns vom Lächeln der Delfine mindestens schon so lange täuschen lassen wie von Bill Cosbys Pullover.

Gang-Rape aus Prinzip

Eine australische Biene, die im Boden lebt, hat für die Männchen keine Verwendung außer zu Fortpflanzungszwecken. Die Männchen warten rund um das Nest der Weibchen. Ist dieses geschlechtsreif und kommt an die Oberfläche, kann es vorkommen, dass sie gleich von einem Dutzend Männchen überfallen wird, die darum kämpfen, sie begatten zu dürfen. Dabei kommt das Weibchen häufig zu Tode.

Awww, Hundertfüßler!

Skolopender fressen eher kleine Insekten, aber manchmal auch Säugetiere. Dabei stechen die Hundertfüßler ihr Opfer, lähmen es, und fressen es dann lebendig (hier ein Video einer Attacke auf eine Maus sowie eine Nahaufnahme). Für Menschen ist der Biss eher nicht tödlich, kann aber heftige Schmerzen verursachen.

Vergewaltigung, aber vor allem das Fressen lebendiger Oper ist ein wiederkehrendes Motiv im Tierreich

Die nördliche Kurzschwanzspitzmaus lähmt ihre Opfer (häufig andere Mäuse) mit ihrem Biss und isst sie dann über einen Zeitraum von mehreren Tagen auf. Lebendig. Der Hintergrund: Ohne Kühlschrank bleibt das Essen länger frisch, wenn das Essen noch lebt (und es bleibt auf dem Tisch, wenn es sich nicht bewegen kann). Das Opfer stirbt, wenn die kritische Masse aufgefressen ist oder gnädigerweise schon früher an den Verletzungen.

Die Grausamkeit der Juwelwespe Ampulex Compressa

Diese hat es sich zur Gewohnheit gemacht, die tropische Küchenschabe zu unterjochen. Das geschieht, in dem sie der Küchenschabe einen wohlplatzierten Stich in den Nacken versetzt. Die Badische Zeitung vom 22. November beschreibt, was als Nächstes passiert: „Dabei injiziert die Wespe einen Giftcocktail direkt in jene Nervenknoten, die den Krabbeltieren als Gehirn dienen. Das angegriffene Tier kann sich zwar durchaus noch bewegen, tut das aber nicht mehr aus eigenem Antrieb. Ohne jeden Verteidigungs- oder Fluchtversuch lässt es zu, dass ihm die Wespe beide Fühler abbeißt und aus den Schnittstellen einen kräftigen Schluck Schabenblut zu sich nimmt. Dann packt die Angreiferin ihre willenlose Marionette an einem Fühlerstumpf und führt sie zu ihrem Nest. Dort legt sie ihr ein Ei ans Bein, versiegelt den Eingang und verschwindet. Das hilflose Opfer aber kann nicht entkommen und muss warten, bis es von der schlüpfenden Larve bei lebendigem Leib aufgefressen wird.“

Das sind nur einige, wenige Beispiele für die Grausamkeit der Natur (weitere gibt es im Subreddit Nature is brutal). Natürlich darf man nicht vergessen: Brutalität in der Natur ist Instinkt, Grausamkeit unter Menschen eine Entscheidung.

Trotzdem: Wenn wir uns das nächste Mal fragen, weshalb die Menschheit so inhuman ist, dann ist ein Faktor vielleicht, dass der Mensch auch nur die Fortsetzung des Affens mit anderen Mitteln ist.

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