österreichische Titanic

„Österreichs Titanic“ – das vergessene Schiffsunglück, bei dem 2.700 Menschen starben

Manchmal ist das lineare Fernsehen doch noch zu etwas gut: Heute schauten wir zufällig in eine hochinteressante Doku auf ORF III, die das Schicksal von „Österreichs Titanic“, einem Schiff namens Linz nacherzählte – ein Schiffsunglück, von dem ich noch nie gehört hatte.

Folgerichtig sagt auch ein Überlebender der Katastrophe: „Von der Titanic spricht die ganze Welt, uns hat man vergessen!“ Und das ist in der Tat erstaunlich: Bei der Titanic-Katastrophe starben 1.495 Menschen – beim Untergang von „Österreichs Titanic“ waren es 2.700. Von letzterem Unglück hörte ich heute aber das erste Mal.

Womöglich ist das der Fall, weil der Untergang der Titanic ein ziviles Unglück, der Untergang der Linz aber Teil der Kampfhandlungen des Ersten Weltkriegs war – und somit in den allgemeinen Wirren des Großen Krieges unterging.

Der Untergang der Linz

Der zum Truppentransporter umfunktionierte Luxusdampfer Linz lief am 18. März 1918 in Montenegro aus. Das Schiff, das Albanien als Ziel hatte, war völlig überfüllt. Neben Soldaten waren Kriegsgefangene und Verletzte an Bord.

In Albanien kam das Schiff nie an. Heute weiß man, dass die Linz von einem (vermutlich italienischen) U-Boot mit einem Torpedo versenkt wurde. Einer der wenigen Überlebenden erzählte später: „Plötzlich bemerken wir vor unserem Bug einen sprudelnden glitzernden weißen Streifen – wir kennen diesen Silberstreif des Todes nur zu gut“.

Die Linz sank innerhalb von 25 Minuten und riss fast 3.000 Menschen mit sich in die Tiefe. Nur 291 konnten gerettet werden. Während man lange Zeit von weniger als 700 Toten ausgegangen war, mussten die Zahlen im Laufe der Jahre nach oben korrigiert werden. Das Wrack wurde 2001 gefunden.

Die Dokumentation des ORF ist noch sechs Tage in der Mediathek abrufbar. Vorschaubild: Wikicommons, Fair Use.

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