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NEU: "Mann schmeißt Hund auf Bär" – das Buch der unglaublichen, aber wahren Geschichten!
mann schmeißt hund auf bär

Outtakes aus „Mann schmeißt Hund auf Bär“: Wie Donald Trump ein Kapitel in meinem Buch überflüssig machte

Am 24. Januar 2018 erscheint das erste „Unglaubliche, aber wahre Geschichten“-Buch: Mann schmeißt Hund auf Bär.

Während des Lektorats passierte das Übliche: Grammatik- und Flüchtigkeitsfehler wurden ausgemerzt, Kommata hier entfernt und dort wieder eingesetzt und ein letztes Mal der Wahrheitsgehalt der Nachrichten überprüft.

Tja, und zuguterletzt musste im Rahmen des Lektorats auch noch ein ganzes Kapitel austauscht werden. Nicht etwa, weil die Begebenheit ein Hoax war oder weil sie sich als Falschmeldung herausstellte.

Nein, das Kapitel „Armageddon dank Fake News“ musste weichen, weil seit Abgabe meines Manuskriptes Donald Trump Präsident der USA geworden war – und sein Gebaren auf Twitter gegenüber Nordkorea dieses Kapitel redundant machte. Das Phantom eines durch Twitter ausgelösten Atomkriegs war nicht mehr bloß ein bemerkenswertes Netzfundstück, sondern Alltag geworden.

Ersetzt wurde das Kapitel durch das mit dem Namen „Der Aal erlitt einen Schock“ – so sind hoffentlich alle zufrieden.

Aber hier exklusiv erstmal das gestrichene Kapitel:

Armageddon dank Fake News (Outtake aus Mann schmeißt Hund auf Bär)

Irgendwo gibt es ein Paralleluniversum, in dem Eltern in einigen Jahren ihren Kindern erklären, wie es im Winter 2016 zum nuklearen Holocaust und dem Zusammenbruch der Zivilisation gekommen war, nachdem zunächst Israel und Pakistan sich mit Atomraketen beschossen hatten und im Anschluss alle anderen Nuklearmächte mitmachten:

„Es war so, liebe Kinder: Im Dezember 2016 erschien ein Artikel auf einer Nachrichten-Website über die Aussage des israelischen Verteidigungsministers, dass Israel Pakistan mit einem nuklearen Erstschlag auslöschen würde, falls Pakistan Truppen nach Syrien schickte. Daraufhin warnte der pakistanische Verteidigungsminister Israel bei Twitter mit der Erinnerung, dass auch Pakistan eine Nuklearmacht sei. Und überhaupt würde man sich nicht vorschreiben lassen, wann und wohin man seine Truppen verlege. Pakistan verlegte also Truppen nach Syrien, und Israel antwortete mit einem Atombombenangriff auf Islamabad. Russland schwor im Auftrag des Iran Rache für Pakistan und schickte mehrere Atomraketen nach Jerusalem. Trump hatte Putin zwar das Hacken der US-Wahl verziehen, aber Atombomben auf Israel? Nein, das ging auch ihm zu weit. Moskau war kurz darauf Geschichte. So wie auch Washington, da die Franzosen zeigen wollten, dass sie auch noch da waren. Die Staaten, die noch da waren, stürzten sich in einen Krieg um die verbliebenen Ressourcen. Und so, liebe Kinder, ging die Welt im Winter 2016 unter. Seitdem verlassen wir unsere Keller nur noch, um die mutierten Riesen-Hühner zu jagen, die durch die Ruinen Mitteleuropas streifen…“

Was in besagtem Paralleluniversum möglicherweise so passiert ist, endete in unserem Gott sei Dank bereits nach dem Satz „Daraufhin warnte der pakistanische Verteidigungsminister…“. Denn Israel machte ihn schnell darauf aufmerksam, dass Pakistan offensichtlich auf Fake News hereingefallen sei. Der Artikel mit dem Titel Israeli Defense Minister: If Pakistan sends ground troops into Syria on any pretext, we will destroy this country with a nuclear attack stammte von einer Seite, die dafür bekannt ist, besonders reißerische und meistens irreführende Geschichten zu veröffentlichen. Die Meldung entbehrte jeder Grundlage – und hatte trotzdem in Pakistan für Missstimmung gesorgt.

Dass die Welt aufgrund von Fake News und Twitter davor stand, in einem nuklearen Holocaust zu versinken, beschreibt in Retrospektive das Jahr 2016 ganz gut, finde ich.

Den letzten Absatz können wir vermutlich 2017 (und 2018, 2019…) einfach wiederholen.

Mann schmeißt Hund auf Bär erscheint am 24. Januar 2018 bei Rowohlt Hamburg und ist in allen guten Buchhandlungen sowie auf Amazon erhältlich. Mehr zu Buch kann man hier lesen, hier kann man in eine Leseprobe hinein schmökern.

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